Blick in die Kurve

Mega-Choreo am Betze: "In den Krallen des Teufels findet ihr den Tod - Denn der Südwesten bleibt für immer rot-weiß-rot"

01.09.2019, 19:00 Uhr - Autor: Ingo Konrad

Ein riesiger Fanmarsch, lautstarke Gesänge, Pyrotechnik, zahlreiche Spruchbänder und die größte Choreographie, die das Fritz-Walter-Stadion jemals gesehen hat: 36.766 Zuschauer haben beim Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Waldhof Mannheim für eine knisternde Derby-Atmosphäre gesorgt.

Das Spiel des Jahres für den FCK gegen seinen Erzrivalen hatte schon Stunden vor dem Anpfiff die Lautrer Innenstadt in den Ausnahmezustand versetzt. Zum gemeinsamen Fanmarsch versammelten sich zunächst etwa 1.000 bis 1.500 FCK-Anhänger - alle in Rot gekleidet - auf dem rappelvollen St.-Martins-Platz. Über die Eisenbahnstraße bewegte sich der auf der Strecke durch dazu stoßende Fans immer größer werdende Tross begleitet von Böllern, Bengalos und lautstarken Schmähungen für den verhassten Rivalen in Richtung Stadion.

Ab der Gleisunterführung nahe des Hauptbahnhofs und auch um vor der angekündigten Kreiselsperrung durchzukommen, dürften es am Ende wohl 4.000 bis 5.000 FCK-Fans gewesen sein, die gemeinsam den Berg hoch marschierten. Dort angekommen fluteten die Anhänger schon vor der Stadionöffnung den Platz vor dem Horst-Eckel-Tor in der Westkurve, wo die Lautrer Ultras in den vergangenen Tagen und Wochen eine gewaltige dreiteilige Choreographie vorbereitet hatten.

Dabei erstrahlten nicht nur die rote Wand im Westen, sondern auch die Nord- und Südtribüne in hunderten roten und weißen Fahnen, während in der Westkurve zusätzlich eine erste riesige Blockfahne nach oben gezogen wurde. Ein furchteinflößender Teufel machte sich darauf am Waldhof-Wappen zu schaffen, passend zum Spruchband: "In den Krallen des Teufels findet ihr den Tod!". Abgelöst wurde dieses erste Motiv von einem zweiten mit dem darauf folgenden Reim: "Denn der Südwesten ist für immer rot-weiß-rot!". Dazu stieg vor der Kurve eine Wand aus Rauch in den FCK-Vereinsfarben nach oben. Als sich der Nebel gelegt hatte, wurde schließlich eine weitere große Blockfahne sichtbar mit dem Lautrer Derby-Motto: "Waldhof verrecke!"

Auch während der folgenden 90 Minuten hatten die von Anhängern mehrerer befreundeter Klubs unterstützten FCK-Fans - sichtbar im Stadion waren Zaunfahnen der "Schwaben Kompanie" und der "Legion Süd" (VfB Stuttgart), der "Horda Frenetik" (FC Metz) sowie "Kop of Boulogne" (Paris St. Germain) - zahlreiche verbale Grüße für die Erzrivalen dabei. "Mannheim bleibt dem Waldhof treu? Ihr bleibt nur das Vorstadt-Geschwür der Eishockeystadt!", hieß es etwa in Anspielung auf das wahre sportliche Aushängeschild von Mannheim. Auf den Spruchbändern der FCK-Fans war zu lesen:

- "Waldhof Mannheim. Wenn die Working Class nach Dior stinkt!"
- "Mannheim bleibt dem Waldhof treu? Ihr bleibt nur das Vorstadt-Geschwür der Eishockeystadt!"
- "Wer den Fritz nicht schätzt, ist die OST nicht wert!"
- "Stell dir vor der 'Riese' ist erwacht und keiner geht hin!"

Die rund 5.000 mitgereisten Anhänger aus Mannheim versammelten sich ihrerseits zum Anstoß hinter einer "Barackler"-Zaunfahne mit der Unterzeile "Außer Rand und Band", die später durch eine schwarz-weiße Waldhof-Mannheim-Zaunfahne und dem Spruch "Der SVW bestimmt unser Leben - Tod allen Feinden" abgelöst wurde. Weitere Banner befreundeter Gruppen waren am Gästeblock nicht auszumachen. Dafür hatte die Zaunfahne der Waldhof-Hooligans "City Boys 85" sowohl auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion als auch am Gästeblock einen prominenten Platz.

Vor allem zum Anpfiff aber auch immer wieder im Spielverlauf zündeten die Gästefans Pyro und hatten zudem ebenfalls einige Spruchbänder in die Pfalz mitgebracht. Mit "Nicht lang schnacken, Kopf abhacken" spielten sie an auf die Aktion, bei der vor einigen Wochen zwei Figuren am Elf-Freunde-Kreisel die Köpfe abgeschlagen wurden. Auf den Spruchbändern der Waldhöfer hieß es: 

 - "Der Waldhof wird euch alle überleben"
- "Nicht lang schnacken, Kopf abhacken"
- "Kopf ab" 

 Die Polizei zog nach dem brisanten Aufeinandertreffen ein positives Fazit und sprach in ihrem Bericht von einem "weitgehend friedlichen" Derby. Die Züge mit den Waldhof-Fans fuhren demnach zwischen 16:00 Uhr und 17:30 Uhr wieder in Richtung Mannheim ab. Danach ließen die FCK-Fans einen langen Derby-Tag noch ausklingen, im Stadion wurden die Choreo-Reste abgebaut, und es kehrte langsam aber sicher wieder Ruhe ein in der Barbarossastadt.

Zu den kompletten Fotogalerien vom Heimspiel gegen Mannheim:

- Fotogalerie | Fanfotos: 1. FC Kaiserslautern - Waldhof Mannheim
- Fotogalerie | Spielfotos: 1. FC Kaiserslautern - Waldhof Mannheim

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